In Niedersachsen werden Bauernhöfe nach der Niedersächsischen Höfeordnung vererbt. Das älteste Kind, so es denn Landwirtschaft betreiben will, erbt den Hof, die Geschwister werden abgefunden, mit einem Stück Land zum Hausbau etwa. Höfe dürfen nicht geteilt werden, damit sie groß genug bleiben, um sinnvoll wirtschaften zu können und ein Auskommen zu sichern. Viele Höfe werden seit Generationen und Jahrhunderten weitergegeben. Kaum jemand möchte der Letzte in dieser Reihe sein. Hat keines der Kinder Interesse, aber eine entfernte Cousine kann eine landwirtschaftliche Ausbildung nachweisen, so bekommt sie den Hof.

„Den Hof zu erhalten“ ist wie ein Wert an sich.

Die Hofübergabe ist ein komplexes und emotionales Thema. Das Landvolk stellt Mediatoren bereit, die Eltern und Kindern dabei zur Seite stehen können. Auch beim Village Play für Bostelwiebeck spielt das Thema eine große Rolle. Nicht wenige im Findungskomitee sind Bauern oder Bäuerinnen.

Viele der Höfe nördlich von Uelzen sind prächtig. Das Gemälde zeigt den Hof von Helmut Bleckwenn in Garmissen bei Hildesheim, von Antje im Sommer 2022 für das Projekt Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben gemalt. Auch Niedersachsen, aber weiter südlich. In den Dörfern um Bostelwiebeck ist es weniger üblich, drei Seiten geschlossen zu umbauen, aber ansonsten könnte das Gemälde auch hierhergehören. Wir haben es ausgewählt, weil es von Stolz, Tradition und Verpflichtung erzählt.